Risikomanagement in Kapitalbeteiligungsgesellschaften - Andreas Bieger

Abstract

 

Die Geschäftsaktivitäten der Kapitalbeteiligungsgesellschaften sind mit immensen Verlustpotenzialen verbunden, die es über die Implementierung eines Risikomanagementsystems zu begrenzen gilt. Dafür stehen den Kapitalbeteiligungsgesellschaften unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen zur Verfügung, die sowohl auf der Ebene der einzelnen Beteiligung (Mikro-Ebene) als auch auf der des Gesamtportfolios (Makro-Ebene) angesiedelt sind.

 

Auch wenn die moderne Portfolio-Theorie mit der Portfolio Selection nicht direkt auf Beteiligungsportfolios angewendet werden kann, so können sich die Kapitalbeteiligungsgesellschaften zumindest deren portfoliotheoretischen Erkenntnisse zu Nutze machen. So können die mit einer einzelnen Beteiligung verbundenen unsystematischen Risiken auf Gesamtportfolioebene durch die Aufnahme weiterer Beteiligungen im Rahmen der Diversifikation reduziert und unter bestimmten Voraussetzungen sogar vollständig eliminiert werden. Den Diversifikationsüberlegungen steht die Spezialisierung entgegen, über die Erfahrungskurveneffekte erzielt werden, die ihrerseits auch zur Risikoreduktion führen können. Diese Spezialisierungseffekte können auf der Mikro-Ebene z.B. bei der Vertragsausgestaltung oder bei der Beteiligungsprüfung genutzt werden.

 

Über eine detaillierte Beteiligungsprüfung können die Kapitalbeteiligungsgesellschaften die Risikostruktur ihres Portfolios steuern und beteilungsunwürdige Unternehmen frühzeitig aussondern. Weiterhin kann auf der Ebene der einzelnen Beteiligung Risikomanagement durch die Berücksichtigung bestimmter Vertragsklauseln oder über die Syndizierung, also der gemeinschaftlichen Beteiligung mehrer Kapitalbeteiligungsgesellschaften an einem Unternehmen betrieben werden. Nach Vertragsabschluss kann das Risikomanagementsystem durch das Beteiligungscontrolling ergänzt werden.