Forschungsprojekte

Der Lehrstuhlinhaber betreibt verschiedene unternehmensgründungsbezogene Forschungsprojekte, in deren Mittelpunkt das Ziel steht, Spezifika der Frühentwicklung von Unternehmen aufzudecken, soweit diese aus Existenzgründungen hervorgehen, also mit beruflicher Selbständigkeit einer Person, die Eigentum, Kontrolle und Risikoübernahme in sich vereinigt, verbunden ist. Dazu wurden auf der Basis umfangreicher entwicklungstheoretischer Vorüberlegungen Längsschnittdaten von Existenzgründungen erhoben und teststatistisch überprüft. Wesentliche methodische Erhebungsgrundlage dafür waren die vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützten Aufbau- und die Ingangsetzungsarbeiten zum „Gründungspanel NRW“, durch das die längerfristige Beobachtung einer großzahligen Gruppe von Gründungsunternehmen im Sinne der Panel-Methode ermöglicht wird. Mit der Entwicklung dieses Panels wurde eine Datenbasis zu Existenzgründungen geschaffen, die in dieser Form bisher einmalig ist. Das Panel dient u.a. dazu, ein generelles Verständnis für unternehmerische Frühentwicklungsprozesse und für deren Determinanten entwickeln zu können. Schwerpunkte der Forschungstätigkeit liegen in den Themenbereichen Gründungs- und Frühentwicklungsmanagement, Unternehmensnachfolge sowie Didaktik des Gründungsmanagements. Daneben werden auch Themen aus den Bereichen Finanzmanagement und Hochschulmanagement bearbeitet. Der Lehrstuhl ist darüber hinaus an den Forschungen des Center for Research in Entrepreneurship, Professions and Small Business Economics (CREPS) - Structure and Dynamics beteiligt.

 

Projektübersicht

 

 

Virtuelles Kompetenzzentrum für Existenzgründung und -sicherung (Drittmittel-Projekt)

Angesichts begrenzter institutioneller Beratungsangebote, eines schwer zu beurteilenden privaten Beraterinnen- und Beratermarktes und einer unübersichtlichen Förderlandschaft mit komplizierten Antrags- und Abwicklungsformalitäten haben viele Existenzgründungen erhebliche Schwierigkeiten, geeignete Beratungsangebote für ihre Gründungs- bzw. Innovationsprojekte zu finden. Das von der EU geförderte Projekt hat bisher lose Netzwerkstrukturen zu einem "virtuellen Kompetenzzentrum für Existenzgründung und -sicherung" und das Schulungs- und Beratungsangebot für Gründungen und innovationsorientierte Unternehmen weiterentwickelt. Dazu wurden die regionalen Kompetenzen qualifiziert erfasst, an gemeinsamen Standards ausgerichtet und zu innovationsorientierten Schulungs- und Beratungsangeboten (in Form von Lehr-Fallstudien realer Beratungsfälle) gebündelt, um damit das gesamte regionale Beratungsangebot für innovative Unternehmen und Gründungen nachhaltig zu verbessern. Es handelte sich um ein F&E-Projekt, bei dem der Lehrstuhl für Gründungsmanagement vorwiegend mit der Erforschung des Beratungsbedarfs und der Entwicklung zielgruppengerechter Beratungs- und Schulungsmodule befasst war.

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Kooperationen im kleingewerblichen Bereich

Das Projekt dient dazu Möglichkeiten, Formen und Bedarfe der Kooperation junger Handwerksbetriebe zu ermitteln, die innerhalb der letzten sieben Jahre aus Existenzgründungen hervorgegangen sind. Hintergrund der Untersuchung ist die Vermutung, dass die Bestandsfestigkeit und die Erfolgspotentiale junger kleingewerblicher Unternehmen durch die Nutzung überbetrieblicher Synergien verbessert werden können. In der ersten Stufe des Projekts erfolgte eine Bestandsaufnahme der Kooperationsbedarfe und -absichten auf der Basis einer schriftlichen Befragung von rund 1200 Betrieben in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird getragen durch das Land NRW. Die Abwicklung der Befragungen erfolgt in Kooperation mit den Dachverbänden der Handwerkskammerorganisation in NRW.

 

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Die Frühentwicklung von Unternehmen aus finanzierungstheoretischer, wachstumstheoretischer und empirischer Sicht

Gegenstand der Untersuchung ist es, Spezifika der Frühentwicklung von Unternehmen aufzu­decken, soweit diese aus Existenzgründungen hervorgehen, also mit beruflicher Selbständig­keit einer Person, die Eigentum, Kontrolle und Risikoübernahme in sich vereinigt, verbunden ist. Dazu werden auf der Basis umfangreicher entwicklungstheoretischer Vorüberlegungen Längsschnittdaten von Existenzgründungen erhoben und teststatistisch überprüft. Im Mittel­punkt stehen dabei finanzierungsbezogene Merkmale der Existenzgründung.

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Das Gründungspanel NRW

Neugegründeten Unternehmen wird von Wissenschaft und Politik eine marktwirtschaftliche Schlüsselrolle zugeschrieben. Wachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen, Strukturwandel, Revitalisierung des Wettbewerbs und Förderung des technischen Fortschritts sind die wich­tigsten in diesem Zusammenhang genannten Ziele. Handlungsbedarf für neue Forschungs­arbeiten liegt vor allem im Bereich von großzahligen empirischen Untersuchungen, die ver­lässliche Aussagen über die Entwicklung von jungen Unternehmen und deren Problemen ermöglichen. Ideal dafür ist die längere Beobachtung eines festen Teilnehmerkreises nach Art der häufig in der Marktforschung eingesetzten Panel-Methode, um ein generelles Verständnis für unternehmerische Frühentwicklungsprozesse entwickeln zu können.

Gegenstand des Projekts „Gründungspanel“ ist die Analyse von Entwicklungsverläufen und -faktoren in der unternehmerischen Gründungs- und Frühentwicklungsphase. Die empirische Basis dieser als Längsschnitt angelegten Untersuchung bilden Unternehmensgründungen im nordrhein-westfälischen Handwerk. Der Aufbau der Erhebungsstrukturen wurde vom Land NRW finanziell unterstützt. Bisher wurden über 7000 Exis­tenzgründungsfälle erfasst. Dies erlaubt eine systematische Analyse der Gesamtentwicklung einer großen Zahl echter Existenzgründungen. Mit der Erschließung dieses Potentials wird eine Datenbasis geschaffen, die in dieser Form bisher einmalig ist. Sie kann u. a. dazu beitragen, ein besseres Verständnis für unternehmerische Frühentwicklungsprozesse zu entwickeln und neue Ansätze zur Unterstützung und besseren Vorbereitung von Gründungen zu erarbeiten.

Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Schwerpunktthemen vertieft. Dazu gehören u.a. die Themenbereiche Entwicklung und Erfolg von Existenzgründungen, Gründungen durch Frauen und Existenzgründungen in strukturschwachen Regionen.

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Unternehmerpersönlichkeit und Gründungserfolg

Um die „unternehmerische Persönlichkeit“ ranken sich seit jeher vielfältige Legenden, die immer auch Spiegel der jeweils gängigen Forschungsströmungen, etwa in der betriebswirt­schaftlichen Führungsforschung, waren. Der gegenwärtige Forschungsstand ist widersprüch­lich und ernüchtert angesichts der Vielzahl entsprechender Forschungsansätze. Mit dem Projekt soll geprüft werden, ob mit Hilfe einer gängigen und in der Unternehmensberatungs­praxis etablierten Persönlichkeitstypologie Erfolgsunterschiede zwischen verschiedenen Persönlichkeitstypen bei Existenzgründungen erklärt werden können. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht vornehmlich die Typausprägung an sich Erfolg bestimmend ist. Statt dessen drängen sich zwei andere Aspekte auf, nämlich einerseits der „Fit“, also das gelungene Zusammenspiel zwischen Persönlichkeitskonstellation und Unternehmenskontext, andererseits die persönliche Anpassungsflexibilität im Sinne der Bereitschaft, sich auf andere als den eigenen Typus einzustellen.

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Gründungslabor an der Uni Lüneburg (EU-Projekt)

 

Mit dem Gründungslabor wird Studierenden und Hochschulexternen während und nach ihrem Studium in Lüneburg eine Infrastruktur für eigene unternehmerische Aktivitäten geboten. Es versteht sich als Inkubator zur Anregung und Begleitung von Ausgründungen aus den Lüneburger Hochschulen. Studierende erhalten auf dem Campus und in unmittelbarer Campusnähe kostenlosen Zugang zu Büroarbeitsplätzen, Qualifizierungsangeboten und unterstützenden Dienstleistungen, die es ihnen ermöglichen, parallel und in enger örtlicher und zeitlicher Nähe zu ihrem Studium konkrete Projekte und Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen.

Im Kontext des Gründungslabors muss der Zielgruppe der Frauen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Da für diese Zielgruppe der Umstand kennzeichnend ist, dass Erziehungs- und Familienarbeit häufig mit den Terminkorsetts von Qualifizierungsmaßnahmen, die eine Anwesenheit zwingend erfordern, nicht vereinbar ist, ist deshalb die Entwicklung und Betreuung zweier Distant Learning-Module für ein orts- und zeitunabhängiges Selbststudium dieser Zielgruppe vorgesehen. Die fachlichen Inhalte der Lehrmodule sollen durch eine regelmäßige persönliche Beratung, die auf die individuelle Lebenssituation der lernenden Frauen abgestimmt ist, begleitet werden. Außerdem werden Veranstaltungen im Rahmen gemeinsamer Projektierungen mit dem Genderbüro der Universität Lüneburg angeboten.

Das Projekt dient (neben den genannten Qualifizierungs- bzw. Transferzielen) der Erforschung der Entstehungs- und Vorbereitungsphase von Unternehmensgründungen. Es beinhaltet die Untersuchung des Gründungsplanungsverhaltens, der Bildung und Kompetenzentwicklung von Gründungsteams und der organisationalen Prozesse bei der Errichtung neuer Unternehmen. Zu diesem Zweck werden explorative Fallstudien auf der Basis von teilnehmenden Beobachtungen erstellt. Dabei soll insbesondere die Wirkung der Vernetzung von Beratungs- und Unterstützungsleistungen auf das Verhalten von GründerInnen analysiert werden. Hinter dem Konzept steht die Idee, den Entwicklungsprozess von Existenzgründungen insbesondere in der Vorgründungsphase detaillierter nachzuzeichnen, als dies durch punktuelle und retrospektive Befragungen möglich wäre. Insbesondere den Beratungsträgern in Kammern, Verbänden, Wirtschaftsförderung oder Banken sowie die Wirtschaftspolitik sollen die Forschungsergebnisse Hinweise zur Ausrichtung und Schwerpunktsetzung von Beratung und Förderung von Existenzgründern liefern. Für das Projekt wurde aus den Fördermitteln eine Teilzeitstelle für einen wiss. Mitarbeiter (80%) sowie zwei studentische Hilfskräfte eingerichtet.

 

Externer Link zum Gründungslabor

 

 

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Präinkubatoren an deutschen Hochschulen

Die Ergebnisse des Forschungsprojekt „Präinkubatoren an deutschen Hochschulen – eine Bestandsaufnahme“ liegen nun vor.

Der Button führt sie zum EXECUTIVE SUMMARY.



EXECUTIVE SUMMARY

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Potenzialanalyse und Entwicklung des Konzepts universitärer Übungsfirmen - Didaktische Innovation durch Modellierung und Erprobung von "Managing Gender- and Diversity"-Ansätzen (Drittmittelprojekt)

Im Rahmen des Programms „Power für Gründerinnen“ des BMBF wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Ilona Ebbers (Universität Hildesheim) das Projekt „DIANA“ bearbeitet. Ziel dieses Forschungs- und Entwicklungsprojektes war die Entwicklung einer innovativen Form der Gründungsqualifizierung durch Module von Übungsfirmen. Durch die Analyse universitärer und verwandter Übungsfirmen wurden Stärken und Besonderheiten vorhandener Ansätze aufgedeckt (Potenzialanalyse), um so das Konzept der Übungsfirmen für den tertiären Bildungsbereich weiter zu entwickeln. Gründungsspezifische Qualifizierungsmodule, die sich durch ihre hohe Handlungs- und Zielgruppenorientierung auszeichnen, wurden konzipiert und erprobt sowie teilnehmenden Hochschulen angeboten und dort begleitet. Im Laufe des Projektes wurde ein mehrmaliger Erfahrungsaustausch für Multiplikatoren organisiert und eine Projektwebseite zur genderorientierten Gründungsqualifizierung entwickelt, um die nachhaltige Wirksamkeit, Verwertung und Verbreitung über die Projektlaufzeit hinaus zu sichern. Die Ergebnisse liegen als Projektbericht (http://www.diana.gmlg.de/files/Projekt-ergebnisse.pdf) und in Form diverser Veröffentlichungen vor (vgl. z.B. Ebbers et al. 2009, Ebbers/Schulte 2007)

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Gründungsberatung: Beratungsmarkt und Beratungspraxis in Deutschland

Das Projekt beinhaltete eine bundesweite Untersuchung von Gründungsberaterinnen und 
-beratern, die Aufschluss über die Beratungspraxis aus Beratersicht gegeben hat. Auf Basis der Datenbanken der KfW und des Verbandes deutscher Unternehmensberaterinnen und -berater wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Daran nahmen 2.146 Gründungsberaterinnen und -berater teil. Der Schwerpunkt lag auf Kompetenzen, Erfahrungen und Einstellungen gegenüber den beratenen Gründerinnen und Gründern. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Zertifizierungsprogramme gelegt. Es kann ein zunehmendes Interesse an diesem Markt konstatiert werden.

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